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Studie: Armut kann Barriere beim Online-Dating sein

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Hannover (ots) Zusammenfassung: Die psychologische Dating-Plattform Gleichklang.de hat 1032 Mitglieder befragt und dabei, welche Resonanz finanziell mittellose Singles bei der Partnersuche erwarten können. Als mittellos galten dabei Personen, die auf Hartz-IV Niveau leben.

Es zeigte sich, dass 73 % der weiblichen Singles einen mittellosen Beziehungspartner ablehnten. Wesentlich offener gaben sich männliche Singles, von denen lediglich 32 % Ablehnung angaben.

Als wichtiger Einflussfaktor zeigte sich das eigene Einkommen: Die Aufgeschlossenheit für einen mittellosen Beziehungspartner war in der Umfrage umso geringer, desto mehr die Befragten verdienten.

Keinen Einfluss hatte demgegenüber der eigene Bildungsstand, das Alter oder die sexuelle Orientierung.

Die Umfrage identifizierte fünf Hauptvorbehalte gegen eine Beziehung mit einer mittellosen Person. Diese waren der Wunsch nach einem finanziell unabhängigen Beziehungspartner, der Verweis auf die eigene Schuld an der Mittellosigkeit, die Befürchtung von Persönlichkeits-Defiziten, die Sorge um ein Macht-Ungleichgewicht in der Beziehung, sowie die Angst vor finanzieller Ausbeutung.

65 % derjenigen, die eine Beziehung mit einer mittellosen Person eigentlich ablehnen, gaben allerdings trotzdem an, es komme auf den Einzelfall an.

Psychologe Dr. Guido F. Gebauer, der die Online-Befragung durchführte, erläutert, dass nach diesen Umfrage-Ergebnissen die Partnersuche besonders für mittellose Personen, die eine weibliche Partnerin suchen, tatsächlich schwerer sei.

Grund zur Hoffnungslosigkeit bestehe aber nicht, weil es ebenso Menschen gebe, für die Mittellosigkeit kein Ausschlusskriterium sei oder für die es trotz kritischer Haltung dennoch auf den einzelnen Menschen ankomme.

Befragung

Gleichklang befragte ursprünglich 1044 Mitglieder befragt, unter ihnen 639 Frauen, 394 Männer und 12 non-binäre Personen im Alter von 18 bis 88 Jahren (Durchschnittsalter: 51 Jahre).

Die Antworten der nicht-binären Mitglieder wurden in die Auswertung nicht einbezogen, weil ihre Anzahl für eine aussagekräftige statistische Auswertung zu gering war.

Die Auswertungen stützen sich deshalb auf insgesamt 1032 Teilnehmende.

Die Mitglieder waren in der gleichen Umfrage ebenfalls zu ihren Einstellungen zu Covid-19 Pandemie befragt worden, wobei über diese Ergebnisse an anderer Stelle bereits berichtet wurde.

Die Befragung wurde im Zeitraum zwischen dem 08.05.2021 und dem 24.05.2021 durchgeführt und durch den Diplom-Psychologen Dr. Guido F. Gebauer ausgewertet.

Hauptergebnisse

Frauen deutlich ablehnender als Männer

Lediglich 27 % der befragten weiblichen Singles gaben an, für eine Beziehung mit einem mittellosen Beziehungspartner bereit zu sein.

Eine wesentlich höhere Akzeptanz für Mittelosigkeit wiesen demgegenüber männliche Singles auf, von denen 68 % eine Akzeptanz für eine Beziehung mit einer mittellosen Person bejahten.

Mehr Einkommen = mehr Ablehnung

Nach dem Geschlecht war das eigene Einkommen der stärkste Einflussfaktor: Je höher das eigene Einkommen der Befragten war, desto geringer war ihre Bereitschaft für eine Beziehung mit einer mittellosen Person. Dieser Einfluss des eigenen Einkommens zeigte sich bei Männern und bei Frauen:

– 81 % der befragten Männer mit unterdurschnittlichem Einkommen gaben an, zu einer Beziehung mit einer mittellosen Person bereit zu sein. Bei den durchschnittlich verdienenden Männern waren es 72 %, bei den überdurchschnittlich verdienenden Männern jedoch nur noch 59 %.

– bei den Frauen bejahten 48 % der Befragten mit unterdurchschnittlichem Einkommen die Akzeptanz für einen mittellosen Beziehungspartner. Bei durchschnittlichem Einkommen betrug die Akzeptanz bei den Frauen 23 % und sank bei überdurchschnittlichem Einkommen auf nur noch 18 % ab.

Kein Einfluss von Alter, Bildungsstand und sexueller Orientierung

Ein wachsender Bildungsstand ging mit einer minimalen Minderung der Akzeptanz für einen mittellosen Beziehungspartner einher. Dieser minimale Zusammenhang verschwand jedoch komplett, wenn für das eigene Einkommen kontrolliert wurde.

Der Bildungsstand hatte also keinen eigenständigen Einfluss auf die Bereitschaft zu einer Beziehung mit einer mittellosen Person.

Das Alter übte keinen Zusammenhang auf die Akzeptanz für einen mittellosen Beziehungspartner aus. Ältere und jüngere Singles zeigten eine vergleichbare Häufigkeit der Akzeptanz für einen mittelosen Beziehungspartner.

Es zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den sexuellen Orientierungen, wobei sich 88 % der Befragten als heterosexuell bezeichneten, 4 % als homosexuell und 8 % als bisexuell oder pansexuell.

Fünf Hauptvorbehalte

– 76,3 % derjenigen Personen, die eine Beziehung mit einer mittellosen Person ablehnten, gaben als Grund an, dass sie sich eine Beziehung mit einem finanziell unabhängigen Beziehungspartner wünschten.

– 65 % gaben an, dass Ausnahmen möglich seien, wenn die Person nicht selbst schuld an ihrer Mittellosigkeit sei.

– 50,1 % befürchteten ein ungünstiges Machtgefälle bei einer Beziehung mit einem mittellosen Partner.

– 36,3 % befürchteten finanzielle Ausnutzung oder finanzielle Belastungen.

– 30.4 % gaben an, dass sie sich Sorgen machten wegen möglicher Persönlichkeits-Defizite eines mittellosen Beziehungspartners.

Sehr viel seltener wurden diese fünf Vorbehalte von Personen geäußert, die eine Beziehung mit einer mittellosen Person grundsätzlich bejahten:

– 44,1 % gaben an, es komme auf die Ursachen der Mittellosigkeit und die eigene Schuld der betreffenden Person an.

– 24,9 % gaben an, dass Sie sich eine Beziehung zu einem finanziell unabhängigen Beziehungspartner wünschten.

– 10,2 % machten sich Sorgen bezüglich eines ungünstigen Machtgefälles.

– 7,1 % gaben an, es bestünde die Gefahr von finanzieller Ausnutzung oder finanzieller Belastung.

– 6,7 % befürchteten Persönlichkeits-Defizite bei einem mittellosen Beziehungspartner.

Vorbehalte wurden also sowohl von Personen geäußert, die eine Beziehung zu einer mittellosen Person ablehnten, als auch von Personen, die durchaus aufgeschlossen für eine solche Beziehung waren. Alle Vorbehalte wurden jedoch von ablehnenden Befragten wesentlich häufiger geäußert als von aufgeschlossenen Befragten.

Vorbehalte bei Frauen und Männern

Alle fünf Vorbehalte wurden häufiger von Frauen als von Männern genannt:

– 68,7 % der Frauen, aber nur 31,0 % der Männer gaben an, sich einen finanziell unabhängigen Beziehungspartner zu wünschen.

– 61.0 % der Frauen, aber nur 48,3 % der Männer gaben an, es komme auf die Schuldfrage an.

– 41,0 % der Frauen, jedoch lediglich 20,1 % der Männer befürchteten eine ungünstige Machtdynamik.

– 29,1 % der Frauen, aber nur 15,5 % der Männer machten sich Sorgen, finanziell ausgenutzt oder belastet zu werden.

– 23,8 % der Frauen, jedoch lediglich 14,0 % der Männer erwarteten Persönlichkeits-Defizite bei einem mittellosen Beziehungspartner.

Resümee

Psychologe Gebauer berichtet, dass sich immer wieder bei Gleichklang partnersuchende Männer melden, die angeben, aufgrund einer schwierigen finanziellen Situation viel Zurückweisung zu erleben. Dies sei auch der Anlass für die aktuelle Umfrage gewesen.

Die Ergebnisse bestätigten nun, dass Singles mit stark unterdurchschnittlichem Einkommen tatsächlich bei vielen anderen Partnersuchenden auf Vorbehalte stoßen.

Besonders viele Vorbehalte gegen eine mittellose Person als Beziehungspartner würden von Frauen geäußert und zwar unabhängig von der sexuellen Orientierung. Insofern sei insbesondere die Partnersuche für mittellose heterosexuelle Männer und mittellose lesbische Frauen erschwert.

Demgegenüber hätten mittellose heterosexuelle Frauen oder mittellose homosexuelle Männer bei der Partnersuche weniger mit Vorbehalten zu kämpfen, da Männer im allgemeinen seltener Bedenken gegen eine Partnerschaft mit einer mittellosen Person hätten.

Für mittellose Bisexuelle sei die Partnersuche nur dann erschwert, wenn sich ihre Partnersuche auch oder nur auf Frauen beziehe.

Während Alter, sexuelle Orientierung und Bildungsstand keine Rolle für das Vorhandensein von Vorbehalten gegenüber mittellosen Beziehungspartnern spielten, sei das Einkommen ein wichtiger Faktor. Je höher das eigene Einkommen sei, desto häufiger werde eine Beziehung mit einer mittellosen Person abgelehnt. Vermutlich beruhe dies auch auf dem Streben nach einem ähnlichen Beziehungspartner.

Hauptgründe für die Ablehnung eines mittellosen Beziehungspartners seien das Streben nach einem finanziell unabhängigen Beziehungspartner, ohne für die Versorgung aufkommen oder Unternehmungen einschränken zu müssen, die Ablehnung von Beziehungspartnern, die selbst schuld an der eigenen Mittellosigkeit seien, die Befürchtung eines ungünstigen Machtgefälle in der Beziehung, die Angst, finanziell ausgebeutet oder belastet zu werden, sowie die Annahme von Persönlichkeits-Defiziten, wie Willensschwäche oder Antriebslosigkeit.

Diese Bedenken könnten durchaus auch bei Personen auftreten, die grundsätzlich gegenüber einer Beziehung mit einer mittellosen Person ausgeschlossen seien. Viel häufiger seien die Bedenken aber bei Personen, die eine Beziehung mit einer mittelosen Person ablehnten.

Der zweihäufigste Vorbehalt, der sich auf die Frage der Schuld beziehe, falle aus der Reihe, da dieser Vorbehalt gleichzeitig die Ablehnung im Einzelfall relativieren könne:

Der Vorbehalt bestehe vorwiegend gegenüber einer Beziehung mit einer mittellosen Person, die für ihre Mittellosigkeit selbst verantwortlich sei. Umgekehrt bedeute dies, dass im Einzelfall eine Beziehung mit einer unverschuldet mittellosen Person möglich sein könnte.

Zwar spiegele diese Ansicht deutliche Vorbehalte gegen Mittellosigkeit und eine Tendenz zur Schuldzuweisung wider, reduziere aber gleichzeitig die Absolutheit der Ablehnung und lasse insofern individuelle Erwägungen zu.

Gebauer rät mittellosen Singles, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern ihre Partnersuche optimistisch und selbstbewusst anzugehen.

Wichtig sei, nicht den Eindruck von Willensschwäche oder Antriebslosigkeit zu vermitteln, sondern deutlich zu machen, dass Mittellosigkeit keineswegs die gesamte Person ausmache, sondern sich ausschließlich auf die aktuelle finanzielle Situation beziehe.

Hilfreich könne es ebenfalls sein, darzustellen, dass trotz Mittellosigkeit eine finanzielle Unabhängigkeit angestrebt werde und vom Beziehungspartner nicht erwartet werde, in die Versorgerrolle zu treten.

Wichtig sei es aber auch, sich ein etwas dickeres Fell zurechtzulegen und mögliche Ablehnungen wegen der eigenen finanziellen Situation nicht persönlich zu nehmen. Schließlich gehe es darum, eine echte Liebesbeziehung zu begründen, die ohnehin mit einer Person schwer möglich sein dürfte, die von vornherein starke Vorbehalte habe.

Partnersuchenden Singles mit durchschnittlichem oder überdurchschnittlichem Einkommen rät Gebauer zu mehr Offenheit. Ein Mensch reduziere sich nicht auf sein Einkommen. Eine Passung der Werthaltungen und Beziehungsmodelle sei auch zwischen Menschen mit unterschiedlichen Einkommensklassen möglich. Diese Passung der Werthaltungen sei für eine glückliche Beziehung wichtiger als eine Passung der Einkommen.

Für alle Partnersuchenden gelte die Empfehlung, ehrlich und offen miteinander zu sprechen und dabei auch die Finanzplanung mit einzubeziehen.

Nach Abschluss der obligatorischen Schule absolvierte Marti eine dreijährige Ausbildung zum Koch in der Schweiz. Militärdienst als Presse und Informationsoffizier, anschliessend fotografierte er international für Modezeitschriften. Seit 2020 als Chefredakteur für dasKomma tätig.

Leben

6 Tipps für das erste Treffen mit einem Online-Date

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Seeking.com

Hamburg (ots) Die Sonne lacht, der Lockdown-Kater hat sich allmählich gelegt und das Verlangen nach zwischenmenschlicher Nähe steigt. Endlich kann wieder nach Herzenslust und in Person gedatet werden! Wer seinen potenziellen Flirt-Partner aber bislang nur aus dem Internet kennt, sollte beim ersten Treffen mit seinem Blind-Date nicht gleich alle Karten offenlegen. Emma Hathorn von Seeking.com, dem weltweit größten Online-Anbieter für Elite-Dating, verrät deshalb sechs Tipps, wie Singles ihr Kennenlernen verantwortungsvoll und sicherer gestalten können.

1. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, doch der wichtigste Tipp lautet: Verabreden Sie sich immer an einem öffentlichen Ort, in einem Café, auf dem Wochenmarkt oder im Museum. Lernen Sie Ihr Gegenüber erst ein bisschen besser kennen, bevor Sie Herz und Haustür öffnen. Wer sich zu einem privaten Treffen gedrängt fühlt, überdenkt ein persönliches Treffen lieber und beendet den Kontakt.

2. Erzählen Sie Ihrer besten Freundin oder einem Familienmitglied von Ihren Plänen: wen Sie treffen, wo Sie sich treffen und zu welcher Uhrzeit. Wenn es um Ihre Sicherheit geht, kann man nie zu viele Details teilen. Dazu gehört auch, dass der Akku Ihres Handys geladen ist und die Standort-Einstellungen aktiviert sind – vor allem wenn Sie noch gemeinsam um die Häuser ziehen.

3. Behalten Sie intime Informationen vorerst für sich – dazu zählen auch Ihr Nachname, Adresse und Handynummer. Wenn Sie Ihr Blind-Date über einen Online-Anbieter wie Seeking.com gefunden haben, lassen Sie den Kontakt am besten so lange weiter über die App laufen, bis Sie genug gegenseitiges Vertrauen aufgebaut haben, um auch privatere Kontaktinformationen zu teilen.

4. Kommt während des Dates ein ungutes Gefühl auf, verabschieden Sie sich zügig und verlassen Sie den Treffpunkt nicht auf direktem Weg nach Hause, sondern gehen Sie lieber in Ihre Stammkneipe oder zu einem engen Freund. So lässt sich das misslungene Treffen direkt verarbeiten und Sie können bestimmt schnell darüber lachen.

5. Benimmt sich Ihr Blind-Date Ihnen oder anderen gegenüber anzüglich, frech oder respektlos? Zeigen Sie klar Ihre Grenzen auf – auch digital. Nutzen Sie die Möglichkeit, andere Mitglieder in sozialen Netzwerken oder auf Dating-Plattformen zu blockieren und zu melden. Bei uns wird zwar zum Glück selten von dieser Funktion Gebrauch gemacht, wir raten unseren Nutzern aber ganz offen dazu, unangemessenes Verhalten nicht zu tolerieren.

6. Der wahrscheinlich wichtigste Tipp: Kommunizieren Sie vorab offen und ehrlich, was Sie von Ihrem Date erwarten. Das erspart nicht nur Enttäuschungen auf beiden Seiten, sondern bietet auch Raum für Gemeinsamkeiten. Vertrauen Sie dabei ganz auf Ihren Instinkt, denn nur mit einem guten Bauchgefühl lässt es sich entspannt flirten.

Noch auf der Suche nach einem Date? Seeking.com ist mit 22 Millionen Mitgliedern die größte Elite-Dating-Webseite weltweit. Das Unternehmen mit Sitz in Las Vegas, USA, bietet Partnersuchenden die Möglichkeit, eine moderne, für beide Seiten vorteilhafte Beziehung zu finden. Weitere Informationen finden Sie unter: www.seeking.com/de.

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60 Jahre Anti-Baby-Pille: Jede zweite Frau nimmt oder nahm sie aus Mangel an Alternativen

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Unsplash/CLARK

Frankfurt am Main (ots) Sie feiert dieses Jahr in Deutschland ihren 60. Geburtstag, die Anti-Baby-Pille. Eigentlich ein Grund zu feiern, denn sie hat für viele Frauen neue Freiheiten geschaffen. Dennoch unterstreicht ihr Geburtstag in diesem Jahr, wie wenig sich in sechs Jahrzehnten beim Verhütungsmittel-Angebot getan hat. Anlässlich des Jubiläums fragt der digitale Versicherungsmanager CLARK in einer repräsentativen Studie die Deutschen nach ihren Erfahrungen mit der Anti-Baby-Pille und muss feststellen: Jede zweite Befragte gibt an, die Pille aktuell zu nutzen oder in der Vergangenheit genutzt zu haben, weil es ihr an Alternativen fehlte [1].

Anti-Baby-Pille: Jüngere Frauen lassen sich seltener die Pille verschreiben

Auf die Frage, ob sie schon einmal die Pille verschrieben bekommen haben, antworten aktuell 73 Prozent der befragten Frauen mit “Ja”. Doch bei Betrachtung der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren sind die Ergebnisse nicht so eindeutig. Hier antwortetet nur etwas mehr als die Hälfte mit “Ja” (53,9 Prozent), 42,3 Prozent wiederum mit “Nein” [2]. Im Vergleich zu den Vorjahren wird ein rückläufiger Trend deutlich: So nutzten in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen 2019 noch etwa 56 Prozent die Pille. [3] Interessant ist auch zu sehen, dass unter den Frauen, die schon einmal die Pille verschrieben bekommen haben, mehr als die Hälfte (56 Prozent) angab, dies aktuell und in der Vergangenheit aufgrund von fehlenden Alternativen zu tun beziehungsweise getan zu haben [1].

Die CLARK-Studie zeigt außerdem, dass von allen Befragten, die angaben, die Pille schon einmal verschrieben bekommen zu haben (73 Prozent), nicht einmal die Hälfte (42,8 Prozent) ärztlich dazu beraten wurde [1]. Zudem kam es bei nur 43,6 Prozent dieser Personen zu einer Voruntersuchung. Ein gegenläufiger Trend zeigt sich hier wieder unter den jüngeren Frauen: Bei den 18- bis 29-jährigen Teilnehmer:innen, die schon einmal die Pille verschrieben bekommen haben, erhielten immerhin 63,8 Prozent eine ärztliche Beratung und weitere 68,2 Prozent wurden zuvor ärztlich untersucht.

Aus Sicht der CLARK-Expert:innen eine durchaus positive Entwicklung, denn hormonelle Verhütungsmethoden wie die Pille können Auswirkungen auf die körperliche und mentale Gesundheit haben: “Auch wenn die Anti-Baby-Pille als besonders sicheres und zuverlässiges Verhütungsmittel gilt, sollten Verträglichkeit sowie das gesundheitliche Risiko immer an oberster Stelle stehen. Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Gewichtszunahme oder Zwischenblutungen sind bei der Pille keine Seltenheit. Bei der Entscheidung, welches Verhütungsmittel für einen persönlich am besten ist, sollte stets der:die Gynäkolog:in zu rate gezogen werden.”

Wie unterstützt die Krankenversicherung bei der Verhütung?

Neben der Pille gibt es auf dem Markt noch eine Vielzahl an Alternativen. Jedoch können Methode, Schutz vor einer ungeplanten Schwangerschaft sowie Kosten je nach Mittel variieren. Außerdem müssen manche Verhütungsmittel verschrieben oder von fachärztlichem Personal eingesetzt werden. “Allgemein gilt, dass gesetzliche Krankenkassen für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel – dazu gehören alle hormonellen Methoden – die Kosten bis zu einem bestimmten Alter übernehmen”, erklären die Versicherungsexpert:innen von CLARK. Zuletzt wurde die Altersgrenze 2019 von 20 auf 22 Jahren angehoben. Danach tragen die meisten Frauen die Kosten selbst. Ausnahmen gelten nur, wenn beispielsweise die Pille zur Behandlung von Krankheiten wie schweren Regelblutungen oder Hauterkrankungen verschrieben wird. In solchen Einzelfällen kann die Krankenkasse ebenfalls die Kosten übernehmen.

An diesen gesetzlichen Vorgaben orientieren sich, je nach Tarif, auch die privaten Krankenversicherungen. Oft müssen hier aber zunächst Alter und Einkommensstatus überprüft werden. So ist es bei vielen privaten Krankenkassen wahrscheinlich, dass die Kosten übernommen werden, wenn die Versicherungsnehmerin noch minderjährig ist, in die Schule geht oder noch studiert. “Bei der Frage, welche Leistungen von der eigenen Krankenversicherung übernommen werden, und ob sich ein Wechsel in die private Krankenversicherung lohnt, kann eine unabhängige Beratung helfen”, so die CLARK-Versicherungsexpert:innen abschließend.

Zur Studie:

[1] Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von CLARK 1.004 Frauen zwischen dem 15. und dem 18.06.2021 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Einwohnerinnen der Bundesrepublik ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 4.5 Prozent

[2] Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von CLARK 2.510 Frauen zwischen dem 15. und dem 18.06.2021 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Einwohnerinnen der Bundesrepublik ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 2.8 Prozent

Quellen:

[3] https://ots.de/4x0uW7

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Entertainment

“Liebesfalle Internet”: ZDFinfo über die Maschen der Online-Betrüger

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Jochen Schulze / ZDF

Mainz (ots) Im pandemiebedingten Lockdown fühlen sich viele Menschen verstärkt einsam. Für Internetabzocker, die ihre Opfer mit Liebeslügen oft um viel Geld bringen, sind das ideale Voraussetzungen. Am Freitag, 21. Mai 2021, 20.15 Uhr, beleuchtet die ZDFinfo-Dokumentation “Liebesfalle Internet – Die Maschen der Online-Betrüger” die perfiden Maschen und lässt Frauen zu Wort kommen, die sich gegen die Verbrecher zur Wehr setzen. Die Doku von Jochen Schulze und Oliver Koytek ist ab sofort in der ZDFmediathek abrufbar.

“Romance Scam” nennen Experten die Masche, bei der Frauen im Internet von angeblich im Ausland lebenden Männern angeschrieben werden. Mit geklauten Fotos und falschen Profilen kontaktieren sie ihre Opfer und gaukeln ihnen die große Liebe vor. Doch irgendwann bitten sie wegen eines angeblichen Notfalls um Geld – und immer wieder fallen Frauen auf diese perfide Abzocke herein.

Dagmar aus Stuttgart ist genau das passiert: Im April 2020 wurde sie über das soziale Netzwerk LinkedIn von einem Mann kontaktiert, der angeblich Amerikaner war und Kelly hieß. Die 64-Jährige war zu diesem Zeitpunkt seit zwei Jahren Witwe und lebte allein. Schon nach kurzer Zeit machte Kelly ihr einen Heiratsantrag und wollte sie in Deutschland besuchen. Doch dann wurde er angeblich überfallen und ausgeraubt. Er bat Dagmar um Hilfe, und sie lieh ihm 119.550 Euro, die sie nie wiedersah.

Helga Grotheer aus Bremen kennt viele Frauen, denen das Gleiche passiert ist. Nachdem sie selbst auf einen “Romance Scammer” reingefallen ist, betreibt sie heute ein Forum, in dem sie betrogenen Frauen Rat und Hilfe anbietet – und dabei sogar noch einen Schritt weiter geht: Wenn ein Liebesbetrüger einen großen Geldbetrag fordert, besteht sie gemeinsam mit den betroffenen Frauen auf eine persönliche Übergabe. Mehr als 24 Mittelsleute, die im Auftrag der Betrüger das Geld abholen wollten, haben sie schon von der Polizei festnehmen lassen.

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