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Covid-19, häusliche Gewalt und die psychische Gesundheit weltweit

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Photo by Rhendi Rukmana on Unsplash

Die Pandemie verdeutlicht die seit Jahren vorherrschenden Mängel in der Gesundheitsversorgung für Menschen mit psychischen Krankheiten. Gerade für Frauen, die unter verschiedenen Formen von Gewalt leiden, ist dies verheerend, wie eine Tagung des Netzwerkes Medicus Mundi Schweiz aufgezeigt hat.

Vernachlässigt, verdrängt, vergessen – psychische Gesundheit wird in der internationalen Politik nur ungern thematisiert. Dabei ist sie eine zentrale gesundheitliche Herausforderung, die darüber bestimmt, ob wir die globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 erreichen oder nicht. Sie legt offen, ob Kinder in einem Umfeld aufwachsen, das sie auch mental für die Chancen und Herausforderungen in ihrem Land bereit macht. Sie bestimmt den Zugang zu wirtschaftlichen und gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Ressourcen. Weltweit sind jedoch Strukturen und Dienste für Menschen mit psychischen Störungen schwach oder kaum vorhanden.

Geschlechterungerechtigkeit als Treiber

Die Fachtagung des Netzwerks Medicus Mundi Schweiz von gestern und heute vormittag zeigt, dass sich diese Schwächen in der Gesundheitsversorgung gerade dann verschärfen, wenn Frauen, traumatisiert von geschlechtsspezifischer Gewalt, betroffen sind. Geschlechterungerechtigkeit wirkt sich an sich negativ auf die psychische Gesundheit von Frauen aus, stärkt aber auch gewalttätige Strukturen gegen Frauen, die wiederum die psychische Gesundheit von Frauen verschlechtern.

Die Pandemie bringt bisheriges Versagen an den Tag

Die Pandemie hat diese Dynamik offengelegt und zweifellos verstärkt, wie Fatima Batool von der Weltgesundheitsorganisation WHO an der Konferenz festgehalten hat. Der Lockdown hat Frauen zuhause eingeschlossen und damit der häuslichen Gewalt verstärkt ausgeliefert. Valeriu Sava, der Gesundheitsverantwortliche der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) berichtet, wie gerade vor diesem Hintergrund der eingeschränkte Zugang zu kommunalen Zentren für psychische Gesundheit verheerend gewesen sei. «In Zukunft braucht es bessere Mechanismen, um psychische Gesundheitsstörungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln,» sagte Sava an der MMS Konferenz.

Hoffnung machen Frauen wie die Rechtsanwältin und Psychotherapeutin Marie Angele Aganga aus Kamerun, die von ihrem eigenen Kampf gegen häusliche Gewalt und den Umgang mit einem damit verbundenen posttraumatischen Stresssyndrom berichtete. Solidarisches Handeln und Aufbegehren von Frauen gegen Strukturen, die die genderbasierte Gewalt stützen, hilft um den Weg für eine umfassende psychische Gesundheitsversorgung zu sichern.

International und national braucht es einen verstärkten Einsatz für psychische Gesundheit. Dies wäre ein wichtiger Beitrag, um bestehende Taboos hin zu mehr gesellschaftlicher Offenheit zu transformieren. Und es braucht mehr internationale und nationale Investitionen in Prävention, Behandlung und Rehabilitation um Scham, Stigmatisierung und Diskriminierung Betroffener entgegenzuwirken.

Nach Abschluss der obligatorischen Schule absolvierte Marti eine dreijährige Ausbildung zum Koch in der Schweiz. Militärdienst als Presse und Informationsoffizier, anschliessend fotografierte er international für Modezeitschriften. Seit 2020 als Chefredakteur für dasKomma tätig.

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Hochwasser zerstört Existenzen und wichtige Einrichtungen – Help unterstützt beim Wiederaufbau

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Bonn (ots) Nach einer Unwetterkatastrophe stehen weite Teile Deutschlands unter Wasser. Besonders in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zerstörten reißende Fluten die Existenzen zehntausender Familien, soziale Einrichtungen und Infrastruktur. Help – Hilfe zur Selbsthilfe wird den Wiederaufbau in der Region unterstützen. Aktuell ist die Lage noch immer bedrohlich, ganze Ortschaften werden evakuiert. Mindestens 80 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben. Die massiv geschädigten Straßen- und Stromnetze schneiden Rettungskräfte von Katastrophengebieten ab und isolieren die Betroffenen.

“Mir fehlen die Worte”, erzählt eine Help-Mitarbeiterin, die selbst von den verheerenden Folgen des Unwetters betroffen ist. Help entwickelt aktuell Maßnahmen, um den Betroffenen des Hochwassers schnell und unkompliziert beim Wiederaufbau ihrer Heimat zu helfen, vor allem in den Regionen Bonn, Ahrtal und Rhein-Erft-Kreis. Als internationale Hilfsorganisation mit Sitz in Bonn liegt uns die Nothilfe in unserem direkten Umfeld besonders am Herzen. Um vorrangig Kindern schnellstmöglich wieder einen Weg in den Alltag zu ebnen, setzt Help auf die Unterstützung von Bildungseinrichtungen. Dazu gehört unter anderem der Wiederaufbau von Schulen und Kindergärten, der durch eine enge Zusammenarbeit mit Fördervereinen und Initiativen beschleunigt werden soll. Bereits 2013 konnte Help nach dem tragischen Hochwasser in Deutschland Nothilfe leisten und soziale Einrichtungen sanieren. Getreu unserem Motto der “Hilfe zur Selbsthilfe” wird unsere Unterstützung die Betroffenen auf direktem Weg erreichen und langfristig stärken.

Gerne vermitteln wir Ihnen ein Interview mit Bianca Kaltschmitt, Stellv. Geschäftsführerin von Help. Sie erreichen uns unter der 0228 91529-11, mobil: 0172 2559668 oder per E-Mail unter kaltschmitt@help-ev.de für Interviewtermine.

Help – Hilfe zur Selbsthilfe bittet um Spenden. Stichwort: Hochwasser Deutschland, IBAN: DE47 3708 0040 0240 0030 00, Commerzbank Köln, www.help-ev.de

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Clean-up Day Andermatt – die Spuren des Winters weggeräumt

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Clean-up Day Andermatt - die Spuren des Winters weggeräumt. Copyright @Zimydakid, Summit Foundation

Clean-up Day Andermatt: Die Spuren des Winters weggeräumt –

Bei Aufräumaktion 263 Kilo Müll gesammelt

Zur Vorbereitung der Sommersaison in Andermatt haben am Samstag rund 60 Freiwillige etwa 260 Kilo Abfall gesammelt. Das Material, das sie entlang der Skipisten, von Wanderwegen und im Dorf gefunden haben, wurde im Anschluss sortiert für die Wiederverwertung.

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Schlechtes Zeugnis für Luftqualität in deutschen Städten

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Berlin (ots)

-  Luftqualität in deutschen Städten ist laut Auswertung der Europäischen Umweltagentur nur mäßig 
-  Maßnahmen für weniger Feinstaub aus Holzfeuerung, Baumaschinen und Landwirtschaft sind dringend notwendig 
-  Ausbau des Radverkehrs leistet wichtigen Beitrag für Verkehrswende und saubere Luft in Städten

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht sich in ihrer Forderung nach wirksamen Maßnahmen für saubere Luft durch die heute veröffentlichte Rangliste der Europäischen Umweltagentur (EEA) zur Feinstaubbelastung in europäischen Städten bestätigt. Die oberste europäische Umweltbehörde kommt zu dem Ergebnis, dass die Luftqualität in vielen deutschen Städten allenfalls das Prädikat “mäßig” verdient. Berlin schafft es sogar nur auf Platz 219 von 323. Millionen Menschen in Deutschland leiden unter der Feinstaubbelastung, die über den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt und jährlich zu 60.000 vorzeitigen Toden führt.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: “Die neueste Auswertung der Europäischen Umweltagentur zeichnet ein klares Bild: Deutschland hat ein Feinstaubproblem. Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam Sofortmaßnahmen ergreifen, damit Menschen endlich überall saubere Luft zum Atmen haben. Diese Maßnahmen müssen vor allem Holzöfen und Holzheizkessel betreffen, die eine entscheidende Quelle von Feinstaub und Ruß darstellen. Wirksame Abgasreinigung muss bei diesen Anlagen zur Pflicht gemacht werden. Mit dem Blauen Engel für Kaminöfen steht schon jetzt ein Instrument bereit, dass schnellstmöglich als zwingender Mindeststandard in Kommunen eingeführt werden muss.

Das schlechte Abschneiden der deutschen Städte zeigt außerdem, dass die Verkehrswende hierzulande bislang kaum vorankommt. Bessere Radwege bedeuten weniger Autos und sind damit ein wichtiger Baustein für saubere Luft in Städten. Nicht ohne Grund weist die Fahrradstadt Göttingen die beste Luftqualität unter allen deutschen Städten auf.

Auch bei den Vorgaben jenseits des Straßenverkehrs wird zu wenig getan. Im Gegensatz zur Schweiz etwa, wo es seit Jahrzehnten eine Filterpflicht für Baumaschinen gibt, werden diese in deutschen Städten nach wie vor ohne Partikelfilter betrieben – zu Lasten von Arbeitnehmern auf den Baustellen und Anwohnern. Gleiches gilt für Diesel-Triebwagen.

Nicht zuletzt muss die Bundesregierung auch bei der Landwirtschaft ansetzen. Ammoniak, das bis zu 95 Prozent aus der Landwirtschaft und vor allem der Nutztierhaltung kommt, wird nämlich zu Feinstaub umgewandelt. Obwohl Deutschland laut einer EU-Richtlinie verpflichtet ist, seine Ammoniakemissionen bis 2030 gegenüber 2005 um 29 Prozent zu verringern, sind bisher kaum Reduktionen zu verzeichnen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist vor allem eine Verringerung der Tierbestände notwendig.

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